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Einleitung Filtration

Um eine optimale Wasserqualität zu erreichen, benötigt jedes Schwimmbad eine entsprechende Filteranlage, also einen Filter inklusive Pumpe, die auf die Grösse des Schwimmbeckens abgestimmt ist. Das Wasser wird kontinuierlich durch das Filtersubstrat geschwemmt und die Schmutzpartikel bleiben daran hängen. Durch regelmässige Rückspülungen wird der zurückgehaltene Schmutz in das Abwasser befördert und der Filter gereinigt.
Eine regelmässige Wartung des Filters ist unerlässlich. Ansonsten arbeitet dieser nicht mehr richtig, was dafür sorgt, dass die Qualität des Wassers enorm abnimmt. Entsprechend höher ist dann auch der Verbrauch von Wasserpflegemitteln. Das ist weder gut für Ihren Geldbeutel noch für die Umwelt.


Berechnung der Filterlaufzeit

Die Filtration des Wassers benötigt einige Zeit und sollte ständig wiederholt werden. Wie oft am Tag der komplette Wasserinhalt filtriert werden sollte, ist unter anderem von der Wassertemperatur abhängig. Im Schnitt sollte der Vorgang zwei bis drei Mal am Tag erfolgen. Für eine genauere Berechnung wird des Weiteren das zu reinigende Volumen des Beckens und die Pumpenleistung benötigt.

Ein einfaches Beispiel:

  • Wassertemperatur 25°C
  • Volumen des Beckens 48m3
  • Pumpenleistung 12m3 / h
Schritt 1:
Zunächst wird die Wassertemperatur immer durch 10 geteilt.
25 : 10 = 2,5
Schritt 2:
Dann wird das Beckenvolumen durch die Pumpenleistung dividiert.
48 : 12 = 4
Schritt 3:
Die Ergebnisse aus Schritt 1 und 2 werden multipliziert.
2,5 * 4 = 10

Die Filterlaufzeit beträgt in unserem Beispiel also 10 Stunden täglich.


Filtrationsmaterial und -substrat

Das Wasser eines Schwimmbades ist nur so gut wie sein Filtrationsmaterial. Doch für welches sollten Sie sich entscheiden? Wir geben einen kurzen Einblick in die klassischen und neuen Materialien, die derzeit auf dem Markt sind.

Quarzsand

Quarzsand ist ein bewährtes Mittel, das schon seit Jahren als Filtermedium in Gebrauch ist. Neben seinen ausgezeichneten mechanischen Filtereigenschaften ist er auch noch günstig in der Anschaffung und kann problemlos entsorgt werden.
Leider bietet Quarzsand ausgezeichneter Nährboden für Bakterien und Schleim, der so genannten Biofilm. Dieser Biofilm führt zu einem erhöhten Verbrauch an Desinfektionsmitteln. Ausserdem können sich in Verbindung mit Chlor unerwünschte Reaktionsnebenprodukte wie Trichloramin bilden.
Der Quarzsand sollte alle 2 bis 3 Jahre vollständig ausgetauscht werden.

AFM® - Aktives Filter Material

Es wurde von nunmehr fast zehn Jahren auf den Markt gebracht und erlangte sehr hohen Beliebtheitsgrad. Das Aktive Filter Material, kurz AFM, besteht aus Glas und einer Schicht positiver und negativer Ladungen. Das verleiht den Körnern eine katalytische Eigenschaft und eine Biofilmbildung, wie etwa beim Quarzsand, kann gar nicht erst entstehen. Somit sind Risiken, wie etwa die Bildung von Keimen und Biofilm am Filtersubstrat, gebannt. Das AFM ist zudem feiner als Sand, weshalb die Filtration einiges effektiver ist.
Die Kosten für Aktives Filter Material belaufen sich etwa auf gut das Doppelte im Vergleich zu Quarzsand. Jedoch hält das AFM auch fast doppelt so lange wie der Quarzsand.

Glasperlen

Ein relativ neues Filtersubstrat sind Glasperlen. Es handelt sich hierbei um kleine runde Kügelchen mit einer glatten und dichten Oberfläche, die in einer sogenannten Kugelpackung geordnet aufgestellt sind.
Neben einer sehr wirkungsvollen Filterwirkung verfügen die Glasperlen über ein optimales Selbstreinigungsverhalten, wodurch die Rückspüldauer stark verkürzt wird. Die Bildung des Biofilms bei Glasperlen ist chancenlos. Dies verringert den Bedarf an Desinfektionsmitteln erheblich.
Glasperlen kosten im Vergleich zu Quarzsand etwa das Achtfache. Das Substrat an sich hat zwar eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer, die Filter selbst meist jedoch nicht.


Filterleistung der Sandfilteranlage

Damit das Wasser in Ihrem Schwimmbecken optimal gefiltert werden kann, muss auf die Kapazität der Filteranlage geachtet werden. Um zu berechnen, welche Filterleistung Ihr Becken benötigt, brauchen Sie zunächst das Wasservolumen. Generell ist davon auszugehen, dass das komplette Volumen alle drei bis vier Stunden umgewälzt werden kann.

Bei einem Standardbecken mit einem Wasservolumen von 48m3 bedeutet das:

  • Bei einer kompletten Umwälzung alle drei Stunden wird maximal ein Filter mit der Kapazität von 16m3/h benötigt und
  • Bei einer kompletten Umwälzung alle vier Stunden wird minimal ein Filter mit der Kapazität von 12m3/h benötigt.

Jetzt gilt es nur noch darauf zu achten, dass die Leistung der gewählten Wasserpumpe ebenfalls der Kapazität des Filters entspricht.


Ersatz: Einzelkomponenten oder eine komplette Anlage

Hierbei gilt es abzuwägen, ob Sie nur den Filter ersetzen oder eine Anlage mit passender Pumpe kombiniert. Sollte beispielsweise schon eine funktionstüchtige Pumpe vorhanden sein, muss überprüft werden, inwieweit die Leistungsmerkmale wie auch Anschlüsse kompatibel mit dem gewünschten Filter sind. Ausserdem sollten Alter, Stromverbrauch und Geräuschemissionen mit den neuesten Geräten verglichen werden.

Lassen Sie sich Zeit bei der Wahl und bedenken Sie, dass eine neue Anlage vielleicht nicht billig ist, jedoch etwa 2000 Stunden im Jahr in Betrieb ist und Filter und Pumpe perfekt aufeinander abgestimmt sein sollten. So können Sie Ihre acht bis zehn Jahre Freude daran haben.

Bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen, sollten Sie sich noch über einige Punkte Gedanken machen:

  • Sind der Schacht sowie etwa die Kellertür gross genug für die Anlage und die Montage?
  • Ist noch genug Platz, damit die Anlage bedient werden kann?
  • Ein geeigneter Stromanschluss muss vorhanden sein.
  • Eventuelle gesetzliche Auflagen sollten vorher abgeklärt werden.
  • Das Abwasser muss abgeleitet werden können.
  • Achten Sie darauf, dass die Anlage auch frostsicher ist.
  • Denken Sie auch an die Förderhöhe.

Flockung 

Trübungen im Schwimmbadwasser kommen oftmals durch kleine Partikel wie etwa Pollen, Staub oder auch Hautschuppen zustande. Diese Teilchen sind viel zu klein, um von der Filteranlage ohne Weiteres erfasst zu werden und gelangen wieder ins Schwimmbecken zurück. Um diese Stoffe filtrierbar zu machen, führt man eine Flockung durch. Durch die Zugabe von Aluminiumsalzen werden Trübstoffe durch die sogenannte Hydrolyse zu kleinen Flocken gebunden und können nicht mehr durch den Filter rutschen. In öffentlichen Bädern ist eine kontinuierliche Flockung vorgeschrieben und ein wesentlicher Bestandteil der Wasseraufbereitung.

Um eine optimale Flockung zu gewährleisten, sollte sich der pH-Wert des Schwimmbadwassers zwischen 7,0 und 7,4 bewegen, da ansonsten die entstandenen Flocken kleiner und schlechter filtrierbar werden.
Die beliebtesten Aluminiumsalze sind Aluminiumsulfat, Aluminiumoxichlorid und Polyaluminiumchlorid - eine konzentrierte Lösung des Aluminiumoxichlorids. Auch hier hat man die Wahl zwischen festen und flüssigen Produkten.